Konflikte, Krisen und Gewalt in herausfordernden Zeiten – Professionell Handeln in interdisziplinärer Zusammenarbeit
Fachtag für Fachkräfte und Multiplikator*innen aus Behörden, Jugendhilfe, Schule, Polizei, ...
Das Netzwerk Gewaltprävention organisiert einen Fachtag in Münster mit 12 unterschiedlichen Workshops zum Umgang mit Konflikten, Krisen und Gewalt.
Die Referent*innen, die langjährige Erfahrungen in der Gewaltprävention haben, setzen sich mit verschiedensten Themen zu Grenzen und Möglichkeiten auseinander. Die Workshops zielen darauf ab, die eigenen Erfahrungen in den Dialog einzubringen und neue Formen von Austausch und Beziehung zwischen den Professionen zu fördern.
Prof. Dr. Ursula Tölle (Supervisorin, Gruppenanalytikerin) stimmt die Teilnehmenden mit ihrem Vortrag „Auch das noch: Konflikte, Krisen und Gewalt in einer Welt, die ins Wanken gerät – Gedanken zur Zusammenarbeit im professionellen Handeln" auf den Fachtag ein.
Datum: Donnerstag, 19.11.2026
9:00 - 15:30 Uhr
(ab 8:30 Uhr Stehcafé)
Beitrag: 59,- € (inkl. Mittagessen und Getränke)
Anmeldeschluss 16.10.2026
Ablauf:
8:30 Stehcafé
9:00 Beginn
9:15 Vortrag
10:15 Pause und Zeit zum Austausch
10:30 Workshops
12:00 Mittagessen (vegetarisch/nicht vegetarisch) in der Mensa/Kantine des LAFP
13:00 Workshops
14:30 Pause und Zeit zum Austausch
14:45 Abschluss im Plenum
15:30 Ende des Fachtags
Ort: Bildungszentrum „Carl Severing“ Münster
Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen
Weseler Str. 264, 48151 Münster
Eingangsvortrag
Auch das noch: Konflikte, Krisen und Gewalt in einer Welt, die ins Wanken gerät - Gedanken zur Zusammenarbeit im professionellen Handeln
Prof. Dr. Ursula Tölle (Supervisorin, Gruppenanalytikerin)
„sich ausTAUSCHen“ Was es braucht, damit Vernetzung lebendig ist
12 Workshops
Am Vor- und Nachmittag werden jeweils 6 Workshops zur Auswahl angeboten:
vormittags
Workshop 1
Nicht jede Krise führt zum Trauma - aber wann können Krisen Traumaspuren hinterlassen?
Nicole Marjo Gerlach, Lehrtrainerin Gewaltakademie Villigst, M. Sc Supervision, Traumapädagogin
In diesem Workshop gehen wir der Frage nach, wie Krisen auf Menschen wirken und unter welchen Bedingungen sie traumatische Folgen haben können. Neben fundierten theoretischen Einblicken, steht vor allem die praktische Auseinandersetzung im Mittelpunkt: Wie entsteht ein Trauma? Welche Auswirkungen zeigen sich im Verhalten? Und wie können wir diese Reaktionen verstehen, ohne vorschnell zu bewerten? Ausgehend vom Ansatz des „Guten Grundes“ entwickeln wir gemeinsam Perspektiven für einen traumasensiblen Umgang und erkunden Wege, die zurück in Selbstwirksamkeit und hin zu mehr Resilienz führen.
Workshop 2
Dysfunktionaler Umgang mit Krisen
Jonas Lemli, Caritasverband Münster
Geschlechtsspezifischer Umgang mit Krisen mit dem Fokus auf dysfunktionale Bewältigungsstrategien und wie man ihnen begegnen kann
Workshop 3
Umgang mit menschenfeindlichen Haltungen in Schule und Unterricht
Tino Orlishausen, Systemberatung Extremismusprävention, Schulpsychologische Beratungsstelle der Stadt Münster
Extremistische Äußerungen im Klassenzimmer stellen Lehrkräfte vor große Herausforderungen. Wie reagiert man angemessen auf menschenverachtende, radikale oder demokratiefeindliche Äußerungen von Lernenden? Wie kann man diesen im Unterricht begegnen und gleichzeitig einen sicheren Raum für Alle gewährleisten? Dieser Workshop bietet anhand konkreter Beispiele konkrete Tipps für den Umgang im Unterricht.
Workshop 4
Außerschulische Bildungsarbeit im Fußball: Praxisbeispiel aus dem Lernort Preußenstadion
Edo Schmidt, Jan Becker, Lernort Preußenstadion
In dieser Einheit stellen wir die außerschulische Bildungsarbeit des Lernort Preußenstadion vor. Gemeinsam diskutieren wir Ansätze, Methoden sowie Chancen und Grenzen präventiver Bildungsarbeit im Kontext Fußball.
Workshop 5
Gewaltsituationen im Kontext von Behinderungen – inklusiv handeln und Gewalt vorbeugen
Anne Wohlfahrt, Katharina Tielke, Maher Seger, Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben für den Regierungsbezirk Münster
Der Workshop greift Ergebnisse aus dem Projekt „PInG“ (Partizipativer Index für Gewaltschutz) auf und thematisiert nutzer*innen- und praxisorientierte Reflexionsansätze zur Weiterentwicklung von Gewaltschutzprozessen im Kontext von Behinderungen. Die entwickelten Praxismaterialen bieten zudem Impulse für die regionale Netzwerk- und Schnittstellenarbeit als Grundlage für eine nachhaltige und inklusive Gewaltprävention und -intervention.
Workshop 6
Auswirkungen queerfeindlicher Gewalt – Minderheitenstress – Solidarität und Unterstützung durch die Mehrheitsgesellschaft
Moritz Prasse, Track LSBTI Jugendtreff und Beratungsstelle, VSE Münster
Gewalt im Kontext gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit trifft nie nur die Person, die konkret die Gewalt erfährt, sondern immer auch eine ganze Community. Steigende Zahlen von queerfeindlicher Gewalt haben entsprechende Auswirkungen auf queere Communitys insgesamt. Sie steigern u.a. psychischen Stress und Angst. Was Gewalt im queeren Kontext heißt, was die Auswirkungen dessen sind und inwiefern wir als Gesellschaft insgesamt einen hilfreichen Umgang damit entwickeln können, soll im Workshop gemeinsam erarbeitet werden.
nachmittags
Workshop 7
Familien in der Krise – Ressourcen und Werkzeuge
Judith Gepp und Andreas Herbst, Beratungs–und Bildungscentrum Diakonie Münster
An Hand von konkreten Beispielen wird im Workshop erfahrbar werden, welche Handlungsmöglichkeiten in familiären Krisensituationen hilfreich sein könnten. Fokussiert wird dabei, sowohl das innere Erlebensfeld der Familie, als auch der externe Blick des Hilfesettings.
Workshop 8
In Krisen handlungsfähig bleiben – Prävention, Deeskalation und Eigensicherung
Petra Wilde & Olaf Schawe, Dojoteam - Training gegen Gewalt und mehr -
Deeskalationstraining – Fortbildung für Mitarbeitende
Wie kann ich mich und mein Team vorbereiten, damit wir in brenzligen Situationen handlungsfähig bleiben können?
Impulse, Austausch sowie Anregungen zur Vorbereitung zum Umgang mit Gewalt. Die Bandbreite von Deeskalationsstrategien erfahren. Beispiele der Eigensicherung werden vorgestellt.
Workshop 9
Präventionsnetzwerk #sicherimDienst – Gemeinsam für mehr Schutz und Sicherheit von Beschäftigten
VertreterInnen aus dem Netzwerk
„Sicher im Dienst“ ist eine Präventionskampagne des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der NRW-Initiative „Mehr Schutz und Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Dienst“. Gemeinsam setzen wir uns mit unseren über 2700 Netzwerkmitgliedern aus über 1000 Organisationen für gelebten Gewaltschutz im Berufsalltag ein - unter anderem durch einen berufsübergreifenden Austausch, Best-Practice Beispielen, Vernetzung und Handlungsempfehlungen.
Workshop 10
Zwischen Schutz und Prävention
Carlos Surmann und Mika Mundo, Polizei Münster
Das Kommissariat für Prävention und Opferschutz stellt sich vor – mit aktuellen Ansätzen zur Gewaltprävention und einem kurzen Blick politisch motivierte Kriminalität.
Workshop 11
Vorbereitet sein – Schutzkonzepte entwickeln und leben
Ralf Holländer, Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt – Regionalstelle für den Regierungsbezirk Münster
Viele Einrichtungen und Institutionen haben mittlerweile Gewaltschutzkonzepte entwickelt. In diesem Workshop geht es um die Umsetzung in der pädagogischen Praxis. Es besteht die Möglichkeit, Materialien kennen zu lernen und auszuprobieren.
Workshop 12
Radikalisierung als Bewältigungsstrategie
Marie, Wegweiser Münster, Kreise Steinfurt und Warendorf
In diesem Workshop untersuchen wir, wie Radikalisierung als Reaktion auf Krisen und Unsicherheit genutzt wird und welche individuellen und sozialen Mechanismen dabei eine Rolle spielen.
Weitere Informationen zu den Referent*innen und Einrichtungen finden Sie auf der Seite „AKTEUR*INNEN“
Anmeldung:
Sie haben die Möglichkeit bei den Workshops jeweils einen Erstwunsch und einen Zweitwunsch anzugeben. Außerdem können Sie "vegetarisch/nicht vegetarisch" für das Mittagessen auswählen.
Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen am Do. 19.11.2026